Weltsicht

Die neue Sinus-Jugendstudie teilt Jugendliche in sieben Gruppen ein. Gemeinsam ist ihnen demnach, dass sie sich unter hohem Leistungsdruck fühlen. Die meisten reagieren darauf mit Arbeit und Anpassung – und sehen die Zukunft dennoch positiv. So wird deine Generation in der Studie beschrieben.

Namhafte Organisationen wie die Bundeszentrale für politische Bildung und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung stehen hinter der Sinus-Jugendstudie vom März 2012. Die Befragung von bundesweit 72 jungen Leuten im Alter von 14 bis 17 Jahren sollte Aufschluss darüber geben, wie die Jugend von heute tickt.

Viel Druck, viel Arbeit, viel Party

Das Ergebnis: Die meisten Jugendlichen wollen sich selbst verwirklichen, sind dabei aber angepasst und leistungsorientiert. Sie werden häufig als pflichtbewusste Networker dargestellt, die wissen, dass viel von ihnen erwartet wird, und die bereit sind, sich dem ohne Rebellion zu stellen. Insgesamt sehen die meisten Jugendlichen ihre Zukunft dennoch optimistisch.

In ihrer Freizeit verbringen die Jugendlichen zwar viel Zeit vor Fernseher und Internet, gehen aber auch gern feiern. 97 Prozent ist es wichtig, mit Freunden zusammen zu sein. Auch was Ratschläge angeht, orientieren sich viele verstärkt an Freunden statt die Eltern zu fragen.

Allerdings lassen sich die Jugendlichen nicht über einen Kamm scheren. Auffallend ist, wie stark Ober- und Unterschicht auseinanderfallen. Dabei grenzen sich die „oberen“ stark von den „unteren“ ab. Die Studie unterscheidet insgesamt sieben Gruppen.

Sieben Lebenswelten der Jugendlichen

1. Die größte Gruppe besteht aus den karriere- und lifestyleorientierten, die wissen, dass von ihnen Leistung erwartet wird und bereit sind,diese zu erbringen. Sie sehen sich selbst als weltoffen und trendy. In der Studie wird diese Gruppe „Expeditive“ genannt.
2. Die zweitgrößte Gruppe bilden Jugendliche, die auf sehr angepasste Weise dem Mainstream folgen, dabei aber ebenfalls Leistung einen hohen Stellenwert einräumen. Sie sind oft familienorientiert und kompromissbereit. Ein wichtiges Ziel ist der spätere Wohlstand. In der Studie wird diese Gruppe „adaptiv-pragmatisch“ genannt.
3. Diese Gruppe ist vor allem familien- und heimatorientiert. Sie strebt nach Sicherheit und Tradition, ist diszipliniert und übernimmt bewusst Verantwortung. Im Gegensatz zu den Expeditiven sind die Jugendlichen wenig lifestyleorientiert. In der Studie wird diese Gruppe „konservativ-bürgerlich“ genannt.
4. Diese Gruppe sticht über ihre sozialkritische Grundhaltung heraus. Die Jugendlichen sind für soziale und ökologische Themen ebenso offen wie für alternative Lebensentwürfe. Sie sind bereit, Kritik zu üben, um gesellschaftlich etwas zu verändern. Die Studie nennt diese Gruppe „sozialökologisch“.
5. Diese Gruppe wird als spaß- und partyorientiert beschrieben. Die Jugendlichen denken wenig an die Zukunft und genießen stattdessen die Gegenwart. In der Studie wird diese Gruppe „experimentalistisch-hedonistisch“ genannt.
6. Spaß, Freizeit, vor allem aber auch Konsum stehen für diese Gruppe ganz oben. Sie sind familienorientiert und passen sich stark an. Die Gruppe gehört mit den Prekären zur Unterschicht, von der sich andere Gruppen abgrenzen. In der Studie wird diese Gruppe „materialistisch-hedonistisch“ genannt.
7. Etwa sieben Prozent der Jugendlichen gehören laut Studie in diese Gruppe. Vor allem die schwierige familiäre Situation und die Ausgrenzung von den anderen Gruppen macht den Jugendlichen zu schaffen. Sie haben – obwohl viele immer wieder versuchen sich anzupassen – oft Schwierigkeiten in der Schule und bei der Jobsuche. Einige reagieren darauf mit Aggressionen gegenüber der Gesellschaft. Die Studie fasst diese Gruppe unter der Bezeichnung „prekär“ zusammen.

Wie siehst du deine Generation?

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